DACHKANTINE
Schweiz 2009 | 76 Min. Farbe. Beta SP. D/-
Regie: Nicole Biermaier, Ravi Vaid, Dion Merz | Buch: Nicole Biermaier, Ravi Vaid, Dion Merz | Kamera: Dion Merz, Rodrigo Derteano, Ravi Vaid, Cornelia Bichsel, Oliver Wolf, Nicole Biermaier | Schnitt: Dion Merz | Musik: Marcel Vaid |
«Dachkantine – dieser Film dreht sich um ein Fest, um einen Klub, um eine Musik, eine Szene, eine Welt. Aber auch um einen Abend, eine Nacht und den Morgen danach, samt Kater und Wehmut. Bevor die Zürcher Elektro-Disco ‹Dachkantine› vor zwei Jahren ihren Betrieb einstellte, wurde ein letztes Mal gehörig gefeiert. Konzerte fanden statt, prominente DJs sorgten für eine mehrtägige Party, während die Klubbetreiber am eigenen Radio Dachkantine sich bereits mit der Bedeutung ihres Klubs auseinandersetzten. Auf Anregung der ‹Dachkantine›-Crew setzte sich überdies ein Filmteam zusammen (u. a. Nicole Biermaier, Ravi Vaid, Dion Merz), das nicht nur diesen abschliessenden Grossanlass in der ‹Dachkantine› festhielt, sondern auch zahlreiche Interviews führte mit Musikern, Klub-Habitués und Veranstaltern. Man sei offen gewesen für verschiedenste Künste und Szenen, aber die elektronische Musik sei stets im Zentrum des Geschehens gewesen: Was einer der Veranstalter über das Klubprogramm sagt, gilt durchaus auch für den Film Dachkantine. Musik und die Musiker bestimmen hier nicht nur die thematische Ausrichtung, sie generieren auch die filmische Struktur, die atmosphärische Dichte, das anarchischen Wuchern der Motive. Und während die Kamera die verschiedenen Räume, Vorräume und Hinterzimmer der ‹Dachkantine› als eine Art verschachteltes Ganzes zeigt, in dem die unterschiedlichen Geschäftigkeiten alle auf den Taumel des Dancefloors hinauslaufen, reissen einen die realen Party-Beats förmlich hinein ins Geschehen. Bisweilen fühlt man sich fast beengt durch die Nähe zu den schwitzenden, bekifften oder besoffenen Tanzenden; oder auch durch die Wucht der Sounds. Nur sporadisch werden durch Gespräche, in denen etwa Themen wie Kunst und Kommerz, Drogen und Gewalt angesprochen werden, Distanz und Raum für die Reflexion und Analyse geschaffen. Bemerkenswert ist dabei, wie die Filmmusik (Marcel Vaid) die Muster der Klubmusik aufnimmt und aufgehen lässt in wärmeren Tönungen und in einem Klangpanorama, das die Techno-Sounds aus der räumlichen und zeitlichen Verortung des Klubs hinausträgt.»
Ueli Bernays, Neue Zürcher Zeitung, 28.2.2009
«Der Kinospass entführt den Zuschauer, der sich wenig fürs Nachtleben interessiert, in einen fremden Kosmos. Partyliebhaber kommen noch einmal richtig in den Dachkantinen-Genuss. Der Film dürfte selbst weniger Ausgehfreudige hinter dem wärmenden Hausofen hervorlocken und zumindest das Bein zum Wippen bringen.»
Cyril Schicker, art-tv


